Magazin/Multiroom mit bestehender HiFi-Anlage: 4 Nachrüst-Lösungen

Multiroom mit bestehender HiFi-Anlage: 4 Nachrüst-Lösungen

·0 Aufrufe

Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Das hilft uns, weiterhin kostenlose Inhalte zu erstellen.

Streaming/Multiroommultiroomnachrüstenhifistreamer

Multiroom-Streaming auf eine bestehende HiFi-Anlage nachzurüsten kostet 2026 zwischen €99 (WiiM Mini) und €599 (Bluesound Node), und das schließt synchronisierte Wiedergabe in bis zu 32 Räumen, Tidal-Connect, Spotify-Connect, AirPlay 2 und Roon-Ready ein. Wer einen Marantz PM6007, Denon PMA-1700NE oder NAD C 316BEE V2 besitzt, kann ihn ohne Verstärker-Tausch in moderne Streaming-Welten holen.

Die vier praktikablen Lösungen unterscheiden sich nicht primär im Klang, sondern in App-Qualität, unterstützten Streaming-Diensten, Hi-Res-Fähigkeit und Multiroom-Limits. Das richtige Setup hängt davon ab, ob es bei einem Raum bleibt oder ob langfristig drei oder mehr Zonen geplant sind.

Lösung 1: WiiM Pro Plus (€229): Preis-Leistungs-Champion

Der WiiM Pro Plus ist 2026 die meist-empfohlene Lösung im Bereich €200-300. AKM AK4493SEQ DAC, 24-bit/192 kHz, SNR 121 dB, THD+N 0,0003%. Über die WiiM Home App lassen sich bis zu 16 WiiM-Geräte parallel synchronisieren. Tidal Connect, Spotify Connect, AirPlay 2, Google Cast und Roon Ready sind direkt an Bord.

Multiroom mit bestehender hifi anlage 4 nachruest loesungen: practical guide overview
Multiroom mit bestehender hifi anlage 4 nachruest loesungen

Anschlüsse: WLAN dual-band, Gigabit Ethernet, USB-A, koaxial, optisch, analog RCA (Pre-Out), Subwoofer-Out. Über die App lassen sich pro Zone EQ-Presets, Crossover-Einstellungen und Lautstärke-Limits konfigurieren. Auch der proprietäre Raum-Korrektur-Algorithmus (Room Correction) per Smartphone-Mikrofon funktioniert respektabel.

Wer mehrere Räume mit WiiM ausrüsten will, fährt günstig, drei Räume kosten unter €700. Der WiiM Mini (€99) als Slave-Endpoint bringt den Preis noch weiter runter, kann aber nicht alle Premium-Funktionen wie Room Correction.

📊 Specs WiiM Pro Plus: AKM AK4493SEQ DAC, 121 dB SNR, 0,0003% THD+N, 24-bit/192 kHz, Roon Ready, Tidal Connect, Spotify Connect, AirPlay 2, Google Cast, 16-Zonen Multi-Room.

Lösung 2: Bluesound Node (€599): Premium mit BluOS

📡

WiiM Pro Plus Musik-Streamer

Hi-Res-Streaming, AirPlay 2, Multiroom — rüstet die im Artikel beschriebene Anlage smart nach.

Bei Amazon ansehen →

* Affiliate-Link

Der Bluesound Node der 4. Generation bringt MQA Full Decoder, HDMI eARC und das BluOS-Ökosystem mit bis zu 64 Zonen. ESS Sabre ES9028Q2M DAC, 24-bit/192 kHz, DSD256 nativ, 117 dB SNR, 0,0009% THD+N.

Wer Tidal HiFi Plus abonniert hat und MQA-Inhalte nutzt (etwa Klassik-Aufnahmen oder Hi-Res-Remastering), profitiert vom Full Decoder hörbar. Roon Ready ist out-of-the-box vorhanden. Der HDMI-eARC-Eingang holt TV-Audio direkt in die HiFi-Anlage, bei WiiM und Sonos fehlt das.

Schwäche: doppelter Preis vom WiiM Pro Plus, dafür aber das robusteste Ökosystem für mittlere und große Setups. Wer 4-5 Räume plant und langfristig denkt, vermeidet Inkompatibilitäts-Stress mit BluOS.

Multiroom mit bestehender hifi anlage 4 nachruest loesungen: step-by-step visual example
Multiroom mit bestehender hifi anlage 4 nachruest loesungen

Lösung 3: Sonos Port (€499): App-Komfort vs Hi-Res-Limit

Der Sonos Port ist die etablierte Lösung mit der ausgereiftesten App auf dem Markt. Die Bedienung ist auf iOS und Android identisch flüssig, Multi-Room-Synchronisation auf bis zu 32 Sonos-Endpunkte funktioniert ohne Setup-Stress.

Limit: Der Port unterstützt nur 24-bit/48 kHz, kein Hi-Res-Streaming mit 96 oder 192 kHz möglich. Für reines Spotify, Apple Music, Amazon Music oder Tidal-Standard reicht das. Wer Qobuz Hi-Res oder lokale FLAC-Dateien in 24-bit/192 kHz abspielen will, kommt nicht weiter.

Für Mischsysteme attraktiv: Wer schon Sonos-Lautsprecher (Sonos Era 300, Beam Gen 2, Arc) besitzt, integriert die HiFi-Anlage nahtlos in die Sonos-Welt. App-User-Experience schlägt WiiM und Bluesound, App-Stabilität ist 2026 wieder solide nach den S2-App-Problemen 2024-2025.

LösungPreisMax. AuflösungZonenRoon Ready
WiiM Pro Plus€22924-bit/192 kHz16Ja
Bluesound Node€59924-bit/192 kHz64Ja
Sonos Port€49924-bit/48 kHz32Nein
Cambridge MXN10€49924-bit/192 kHzStreamMagicJa

Lösung 4: Cambridge Audio MXN10 (€499): britischer Sound, Roon Ready

Der Cambridge Audio MXN10 ist die HiFi-Puristen-Wahl: ESS ES9033 DAC, 24-bit/192 kHz, DSD256, Roon Ready, AirPlay 2, Chromecast, Tidal Connect, Spotify Connect, Qobuz. Britischer Klang-Charakter, wärmere Mitten als WiiM oder Sonos.

Multiroom mit bestehender hifi anlage 4 nachruest loesungen: helpful reference illustration
Multiroom mit bestehender hifi anlage 4 nachruest loesungen

Multiroom-Support nicht ganz so umfassend, StreamMagic verbindet Cambridge-Geräte miteinander, aber kein offizielles BluOS- oder Sonos-Äquivalent für plattformübergreifende Synchronisation. Wer Cambridge Audio bereits einsetzt (CXC, CXA81, EVO 150), bekommt mit dem MXN10 die natürlichste Erweiterung.

Anschlüsse: USB-B, koaxial, optisch, analog RCA, Subwoofer-Out. Kein HDMI eARC, kein Display. Bedienung über StreamMagic-App (iOS/Android) und Roon. Verarbeitungsqualität deutlich höher als bei WiiM, vergleichbar mit Bluesound.

Welche Lösung für welches Setup?

  1. 1-2 Räume, Budget unter €300: WiiM Pro Plus pro Zone (€229).
  2. 3+ Räume, Premium-Setup: Bluesound Node (€599) plus Bluesound Pulse Mini 2i (€399) für weitere Zonen.
  3. Sonos-Bestand vorhanden: Sonos Port (€499) integriert HiFi-Anlage nahtlos.
  4. Cambridge-Anlage, Roon-Backend: Cambridge MXN10 (€499), wertige Verarbeitung, britischer Klang.
  5. Heimkino UND HiFi gemischt: Bluesound Node mit HDMI eARC oder direkt ein AV-Receiver mit HEOS/MusicCast.
⚠️ Kompatibilitäts-Falle: Wer einen alten Verstärker ohne Pre-Out oder Tape-In hat, muss aufpassen. Die meisten Multiroom-Streamer liefern Cinch-Line-Out (2 Vrms), brauchen also einen Hochpegel-Eingang am Verstärker (AUX, CD, Tape-In). Phono-Eingänge sind ungeeignet, sie haben RIAA-Entzerrung und falsche Impedanz.

Alternativen jenseits der vier Hauptlösungen

Yamaha MusicCast WXC-50 (€399) ist eine interessante Außenseiter-Option für Besitzer von Yamaha-AV-Receivern. Synchronisation über MusicCast-Multi-Room mit anderen Yamaha-Geräten, Hi-Res bis 24-bit/192 kHz, Roon Ready. Nachteil: kein Spotify Connect, App-Bedienung weniger smooth als WiiM oder Sonos.

Denon Home Amp HEOS (€699) ist im Grunde ein Streamer-Verstärker-Hybrid, 100 Watt Class-D pro Kanal plus HEOS-Multi-Room. Wer den alten Verstärker komplett ersetzen will, fährt damit oft günstiger als Streamer plus Verstärker getrennt.

NAD CS1 (€399) ist ein minimalistischer Streamer ohne App-Tiefe, BluOS kompatibel, also gleicher Multi-Room-Pool wie Bluesound. Wer NAD-Verstärker hat, hat hier eine perfekte Marken-Integration.

Praxis-Tipps zur Verkabelung und Netzwerk-Setup

Ein stabiles Multi-Room-Setup steht und fällt mit dem WLAN. Bluesound, WiiM, Sonos und Cambridge setzen alle auf dual-band 2,4/5 GHz, aber 5 GHz reicht oft nicht durch dicke Altbau-Wände. Wer drei oder mehr Räume bespielen will, sollte über Mesh-WLAN (TP-Link Deco X90, ASUS ZenWiFi AX) oder Ethernet-Backbone nachdenken.

Ethernet ist die störungsärmste Option, alle vier hier vorgestellten Streamer haben Gigabit Ports. CAT-6-Kabel von der Fritz!Box zum Hörraum verlegen ist eine Stunde Arbeit, lohnt sich aber für jahrelang stabile Synchronisation. Powerline (devolo Magic 2, AVM 1260E) ist eine akzeptable Alternative, kann aber je nach Hausverkabelung schwanken.

Die HiFi-Anlage selbst sollte über einen guten Cinch-Kabel-Strang an den Streamer angebunden werden, 1-2 Meter reichen, Audioquest Evergreen (€39) oder Inakustik Star (€29) liefern bei dieser Länge messtechnisch identische Performance wie €200-Esoterik-Kabel. Gold-plattierte Stecker sind sinnvoll wegen Oxidationsschutz, mehr nicht.

Take-Away: Welche Lösung sich wirklich rechnet

Für 70% aller Heim-Setups ist der WiiM Pro Plus (€229) 2026 die richtige Antwort. Er liefert 90% der Funktionen des Bluesound Node bei 38% des Preises. Wer Tidal MQA nicht braucht und nicht in extrem große Multi-Room-Systeme einsteigt, bekommt hier maximalen Mehrwert.

Bluesound Node (€599) lohnt sich für Heavy-User mit drei oder mehr geplanten Zonen, MQA-Bedarf oder HDMI-eARC-Anschluss vom Fernseher. Sonos Port (€499) ergibt nur Sinn, wenn bereits Sonos-Geräte im Haushalt sind. Cambridge MXN10 (€499) ist die HiFi-Boutique-Wahl für Roon-Fans mit gehobenem Anspruch.

Wer Multi-Room komplett neu aufbaut und keine Bindung an bestehende Marken hat, sollte mit zwei WiiM Pro Plus für €458 starten und das System schrittweise erweitern. Diese Skalierbarkeit fehlt bei Sonos (App-Sperre) und Cambridge (kein echter Multi-Room).

Wichtige Randnotiz: Alle vier Lösungen funktionieren mit jeder bestehenden HiFi-Anlage, die einen Hochpegel-Cinch-Eingang hat. Marantz, Denon, Yamaha, NAD, Cambridge Audio, Rotel, Pioneer, Onkyo aus den letzten 25 Jahren passen problemlos. Auch ein Schlachtschiff aus den 90ern wie der Yamaha AX-490 oder Denon PMA-880R kann mit modernem Streaming in die 2026er Jahre transportiert werden.

Wer noch unsicher ist, ob das eigene System geeignet ist: Pre-Out, AUX, CD-Input oder Tape-Input am Verstärker reicht. Phono-Eingänge sind ungeeignet (RIAA-Entzerrung). Die typische Empfindlichkeit der Cinch-Hochpegel-Eingänge liegt bei 200 mV bis 1 V, was perfekt zum 2-Vrms-Output der Streamer passt.

Veröffentlicht durch die SoundKino-Redaktion. Veröffentlicht am 28. August 2026.

Verantwortlich i.S.d. § 18 MStV: siehe Impressum.

Fehler entdeckt oder ergänzende Erfahrung? korrektur@soundkino.de

Artikel teilen

Die besten Sound- & Kino-Tipps

Neue Reviews, Setup-Guides und Deals – kostenlos und jederzeit abbestellbar.

🎁 Gratis dazu: Heimkino-Einsteiger-Guide (PDF)

Das könnte dich auch interessieren

Kommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.